Schmerztherapie

Ziel der Radionuklidtherapie ist die rasche und wirksame Schmerzlinderung bei Knochenmetastasen. Patienten benötigen weniger Opiate und haben eine bessere Lebensqualität. Die Schmerzlinderung einer einmaligen ambulanten Therapie kann von 4 Wochen bis zu 4 Monaten anhalten.

 
 
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Wie wird die Radionuklidtherapie durchgeführt?

Wie wird die Radionuklidtherapie durchgeführt?, Foto: ©fotolia VIII

Die Samarium-153 Therapie wird meist ambulant durchgeführt und ist nicht schmerzhaft. Sie wird als Injektion verabreicht. Es sind jedoch vor der
Therapie einige Voruntersuchungen notwendig.

Vorbereitung

Von Ihrem behandelnden Arzt bekommen Sie die Überweisung zum Nuklearmediziner, denn nur ein Facharzt für Nuklearmedizin ist berechtigt die Therapie durchzuführen. Der Nuklearmediziner wird mit ihnen die erforderlichen Voruntersuchungen besprechen. Erst dann kann der Therapietermin geplant werden.

Zu den Voruntersuchungen gehört die Durchführung der Skelettszintigraphie. Sie wird durchgeführt, um die Metastasen nachzuweisen und zu zeigen, dass es sich um Metastasen handelt, die Knochensubstanz aufbauen. Nur in diesem Fall kann die Radionuklidtherapie wirken. Die Radionuklidtherapie hat geringe Nebenwirkungen. Es kommt aber immer zu einer vorübergehenden, in der Regel leichten Beeinträchtigung des Blutbildes. Deshalb muss vor der Behandlung kontrolliert werden, ob ausreichend weiße Blutkörperchen und -plättchen vorhanden sind. Auch die Nierenfunktion wird über die Blutwerte kontrolliert. 

Wenn eine Behandlung mit Samarium-153 geplant ist, überweist Ihr behandelnder Arzt Sie an ein nuklearmedizinisches Zentrum. Dort wird gemeinsam mit Ihnen entschieden, ob die Behandlung in Ihrem Fall besser ambulant oder stationär durchgeführt wird. Die Behandlung erfolgt dann an einem bestimmten Termin, zu dem das kurzlebige Samarium-153 genau in der für Sie notwendigen Aktivität geliefert wird.

Ablauf der Behandlung

Das Radionuklid wird in eine Armvene gespritzt. Der Großteil der Substanz wird schnell in die Knochenmetastasen eingebaut. Der Rest wird innerhalb weniger Stunden über die Nieren ausgeschieden. Um die Ausscheidung zu unterstützen, sollte vor und nach der Behandlung möglichst viel getrunken werden. Nach der Therapie muss man meist noch einige Stunden in der nuklearmedizinischen Praxis bleiben. In dieser Zeit kann auch ein Verteilungsszintigramm angefertigt werden. Hiermit wird dokumentiert, dass das Radionuklid in den Knochenmetastasen eingelagert ist. 

Da die intensive innerliche Bestrahlung der Knochenmetastasen relativ rasch danach einsetzt, kann es in den ersten Tagen nach der Behandlung vorübergehend zu einer Verstärkung der Schmerzen kommen. Sollte dies der Fall sein, können Sie nach Rücksprache mit Ihrem Arzt in dieser Zeit zusätzlich ein normales Schmerzmittel einnehmen. Bei den meisten Patienten macht sich die Schmerzlinderung nach etwa einer Woche bemerkbar, bei einigen verschwinden die Beschwerden sogar nahezu vollständig. Dieser verbesserte Zustand kann bis zu vier Monate anhalten. Eine bisher durchgeführte medikamentöse Schmerztherapie sollte dann mit ihrem behandelnden Arzt schrittweise reduziert werden.

Wenn die Wirkung nachlässt, kann die Therapie frühestens nach acht Wochen wiederholt werden. Der Abstand von acht  Wochen muss auch bei einer vorausgehenden oder nachfolgenden Chemo- oder Strahlentherapie eingehalten werden.

Nachfolgend zeigen wir als Beispiel das Szintigramm einer Brustkrebspatientin (links) und eines Prostatakrebspatienten (rechts) vor und nach Injektion von Samarium-153. Das Kontrollszintigramm zeigt, dass Samarium-153 sich an den Stellen anreichert, an denen vorher mit dem Marker 99m-Technetium (99mTc) auch die Knochenmetastasen nachgewiesen wurden (schwarze Flecken).

Szintigramm von Patienten vor und nach der Therapie
Szintigramm von Patienten vor und nach der Therapie.

Kontrolluntersuchungen

Alle erforderlichen Kontrollen vor und nach der Therapie mit Samarium-153 führt der behandelnde Arzt durch. Insbesondere werden das Blutbild (weiße Blutkörperchen und Blutplättchen) und die Nierenwerte mit einer Blutuntersuchung kontrolliert.

Hinweise zum Behandlungstermin

Das Isotop Samarium-153 hat eine kurze Halbwertszeit von 46 Stunden. Das bedeutet, bereits nach knapp zwei Tagen ist bereits die Hälfte der Strahlung abgegeben. Es kann deshalb auch anders als die üblichen Arzneimittel nicht gelagert werden, sondern muss genau für einen bestimmten Termin mit der für den Patienten notwendigen Aktivität hergestellt werden. Deshalb sind die Therapien auch nur einmal pro Woche möglich, und der Behandlungstermin kann kurzfristig nicht verschoben werden.

 

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