Schmerztherapie

Ziel der Radionuklidtherapie ist die rasche und wirksame Schmerzlinderung bei Knochenmetastasen. Patienten benötigen weniger Opiate und haben eine bessere Lebensqualität. Die Schmerzlinderung einer einmaligen ambulanten Therapie kann von 4 Wochen bis zu 4 Monaten anhalten.

 
 
Bereiche:
 

Fragen und Antworten

Hier finden Sie eine Auswahl häufig gestellter Fragen und Antworten rund um das Thema Schmerztherapie bei Knochenmetastasen. Sollten Sie hier keine Antwort auf Ihre Frage finden, können Sie sich gerne auch über Kontakt an uns wenden.

Fragen zur Schmerztherapie bei Knochenmetastasen

Warum bekommt man bei Krebs Knochenschmerzen?

Bestimmte Krebsformen können metastasieren, d.h. sich in andere Gebiete des Körpers ausbreiten. Tochtergeschwülste im Knochen treten oft bei fortgeschrittenen Karzinomen der Prostata, Brust und Lunge auf, können aber auch bei anderen Krebserkrankungen entstehen. Sie verursachen Schmerzen, weil sie zum einen die Ausschüttung schmerzauslösender Botenstoffe stimulieren, zum anderen durch ihr Wachstum Gewebe verdrängen.

Was kann ich unternehmen, wenn meine Medikamente bei dieser Art von Schmerzen nicht mehr helfen?

Wenn Sie einen Punkt erreicht haben, an dem Ihre Schmerzen auf Ihre momentane Medikation nicht mehr ansprechen, ist es an der Zeit, in Absprache mit Ihrem Arzt entweder die Dosis zu erhöhen oder das Medikament zu wechseln.

Welche anderen Möglichkeiten der Schmerzminderung gibt es?

Ihre Krebstherapie besteht aus vielen Elementen, darunter die Behandlung von Schmerzen. Dafür stehen mehrere Methoden zur Verfügung. Bei einigen Krebspatienten wird zusätzlich zu einer Therapie mit Analgetika oder Opiaten eine lokale Bestrahlung oder eine Ganzkörperbestrahlung mithilfe einer externen Strahlenquelle durchgeführt. Bei Knochenmetastasen, die den Aufbau von Knochensubstanz stimulieren, kann man mit radioaktiven Substanzen auch eine „Bestrahlung von innen“ durchführen. Der Fachbegriff dafür ist Radionuklidtherapie. Ein hier eingesetztes Radioisotop ist Samarium-153. Es kann bei vielen Patienten mit Knochenmetastasen als gute Therapiealternative angesehen werden, da es wenige Nebenwirkungen hat und zu einer Schmerzreduktion unabhängig von der Lokalisation der Schmerzen im Skelett führt.

Nach oben

Allgemeine Fragen zu Samarium-153

Was ist Samarium-153-Lexidronam?

Samarium-153-Lexidronam ist ein Radiopharmakon - also ein Medikament, das ein radioaktives Isotop enthält. Radiopharmaka werden sowohl für die Diagnose als auch für die Therapie von Krebserkrankungen eingesetzt.

Wie wirkt Samarium-153-Lexidronam?

Samarium-153-Lexidronam ist ein radioaktives Isotop, das bevorzugt in Gebieten aufgenommen wird, in denen metastasierende Krebszellen den Aufbau von Knochengewebe anregen. Das bedeutet, dass der gesunde Knochen und andere normale Körpergewebe nur in geringem Maß der radioaktiven Strahlung ausgesetzt sind. Da Samarium-153 über das Blut transportiert wird, kann es alle Regionen des Körpers und somit auch Knochenmetastasen der unterschiedlichsten Lokalisationen erreichen und dort den Schmerz lindern.

Welche Vorteile bietet Samarium-153-Lexidronam?

  • Die schmerzlindernde Wirkung setzt bei den meisten Patienten innerhalb einer Woche nach Beginn der Therapie mit Samarium-153 ein und kann in den folgenden drei Wochen noch zunehmen. Bei Patienten, die auf eine Samarium-153-Therapie ansprechen, dauert die Schmerzreduktion im Mittel etwa 4 Monate.
  • Viele Patienten können ihren Bedarf an Opiaten reduzieren oder brauchen überhaupt keine Opiate mehr einzunehmen. Bei erneut auftretenden Schmerzen besteht die Möglichkeit einer weiteren Therapie mit Samarium-153
  • Samarium-153 ist gut verträglich. Die häufigste Nebenwirkung ist eine Abnahme der Zahl der Blutzellen, die sich aber in der Regel innerhalb von acht Wochen wieder vollständig zurückbildet.

Nach oben

Fragen zur Art der Anwendung

Wie wird Samarium-153 verabreicht?

Die Therapie mit Samarium-153 kann in der Regel ambulant durchgeführt werden und für den Patienten nicht belastend. Da Samarium-153 eine radioaktive Substanz ist, wird die Therapie ausschließlich von Nuklearmedizinern durchgeführt. Nach Abschluss von Voruntersuchungen wird Samarium-153 als intravenöse Injektion verabreicht. Nach einer Nachbeobachtungszeit von drei bis sechs Stunden kann der Patient die Klinik oder Praxis wieder verlassen und seinen normalen Aktivitäten nachgehen.

Nach oben

Fragen zur Wirksamkeit

Ab wann kann mit einem Nachlassen der Schmerzen gerechnet werden?

Wenn die Therapie wirkt (bei ca. 80% der Patienten), setzt der schmerzlindernde Effekt bereits eine Woche nach Behandlung mit Samarium-153 ein. In den folgenden zwei bis drei Wochen wird die Wirkung häufig noch zunehmen. Wenn die Schmerzen zurückgehen, kann man andere Schmerzmittel in Absprache mit dem Arzt häufig reduzieren. Bei einigen Patienten kann es nach der Injektion von Samarium-153 innerhalb der ersten 2-3 Tage zu einer Schmerzzunahme kommen, die sogar eine kurzfristige Erhöhung der Schmerzmedikamente notwendig macht. Dies ist aber eher ein Hinweis darauf, dass die Therapie angeschlagen hat und in der Folge eine gute Schmerzreduktion eintreten wird.

Wie lange hält der schmerzlindernde Effekt an?

Nach einer einmaligen Behandlung dauert die Schmerzreduktion im Mittel 4 Monate, manchmal aber auch deutlich länger.

Was ist zu tun, wenn sich die Schmerzen wieder einstellen?

Treten die Schmerzen erneut auf, so sollte der behandelnde Arzt informiert werden. Bei vielen Patienten führt auch eine wiederholte Samarium-153 Therapie zu einer Schmerzreduktion. Allerdings sollte sich vor der Therapie das Knochenmark wieder erholt haben (nach ca. 8-12 Wochen). Bei Patienten mit geschädigtem Knochenmark oder bei Patienten, die sich einer myelosuppressiven Chemotherapie unterziehen, ist eine Abwägung des möglichen Risikos gegen die Vorteile der Therapie notwendig.

Nach oben

Fragen zur Verträglichkeit

Gibt es irgendwelche Nebenwirkungen?

Die wichtigste Nebenwirkung ist eine vorübergehende Abnahme der Zahl der Blutzellen. In klinischen Prüfungen konnte gezeigt werden, dass die Blutwerte nach der Therapie mit Samarium-153 in der Regel innerhalb von acht Wochen wieder die Ausgangswerte erreichen. Wegen dieses Effekts sollte das Blutbild vom behandelnden Arzt regelmäßig überprüft werden. Daneben kommt es bei etwa 10% der Patienten zu einer kurzfristigen Verstärkung des Schmerzes (Auflammen), das aber nur wenige Tage anhält und medikamentös behandelt werden kann.

Nach oben

Fragen zu Besonderheiten im Umgang mit Samarium-153

Gibt es besondere Vorsichtsmaßnahmen, die beachtet werden müssen?

Etwa ein Drittel des injizierten Samarium-153 wird nicht an die Knochenmetastasen gebunden, sondern über den Urin ausgeschieden. Deshalb sollte vor und nach der Therapie reichlich getrunken werden, um das nicht gebundene Samarium-153 möglichst schnell aus dem Körper herauszuspülen. So werden die Harnblase und andere Organe nicht unnötig lange belastet. Beim Gang zur Toilette ist auf besondere Hygiene zu achten, um einen Kontakt der Haut mit radioaktivem Urin zu vermeiden. Lesen Sie hierzu mehr unter Schmerztherapie mit Radionukliden.

Ist der Körperkontakt mit anderen Menschen nach einer Radionuklidtherapie einzuschränken?

Die Beta-Strahlung von Samarium-153 reicht im Körper nur wenige Millimeter weit. Es dringt auch nur sehr wenig nach außen, so dass für Familienmitglieder usw. keine besondere Gefährdung besteht. Längere enge körperliche Kontakte zu Kindern oder Schwangeren sollte man trotzdem aus Sicherheitsgründen in der ersten Woche nach der Behandlung vermeiden.

Nach oben