Schmerztherapie

Ziel der Radionuklidtherapie ist die rasche und wirksame Schmerzlinderung bei Knochenmetastasen. Patienten benötigen weniger Opiate und haben eine bessere Lebensqualität. Die Schmerzlinderung einer einmaligen ambulanten Therapie kann von 4 Wochen bis zu 4 Monaten anhalten.

 
 
Bereiche:
 

Fachbegriffe

A-E

Adjuvante Therapie

(von lat. adjuvare = unterstützen, helfen) Behandlung im Anschluss an die vollständige operative Entfernung aller erkennbaren Tumoranteile mit dem Ziel mögliche, bisher aber noch nicht nachweisbare Tumorabsiedlungen (Mikrometastasen) zu bekämpfen und dadurch die langfristigen Heilungschancen zu verbessern. Es kommen dabei z.B. Chemotherapie, Hormontherapie und Strahlentherapie zur Anwendung. In der adjuvanten Schmerztherapie werden Medikamente eingesetzt, die an sich keine Schmerzmittel sind, aber die Wirkung der Schmerzmittel verstärken oder Nebenwirkungen lindern helfen.

Alpha-Strahlung

Teilchenstrahlung beim Zerfall von radioaktiven Elementen; ausgesandt werden zwei Neutronen und zwei Protonen (entspricht einem Helium-Atomkern)

Algogenes Psychosyndrom

Absenkung der Schmerzschwelle bei Erkrankungen beispielsweise durch Angst, Schlaflosigkeit, Depression, Isolation oder soziale Abhängigkeit (Krebsschmerzspirale)

Analgetika

Schmerzhemmende Medikamente

Antiphlogistika

Entzündungshemmende Medikamente

Äquvivalentdosis

Für Strahlenschutz wichtig, Einheit Sievert (Sv); ergibt sich durch Multiplikation der Strahlendosis mit einem biologischen Bewertungsfaktor

Beta-Energie

Beta-Strahlen können unterschiedliche starke Energie besitzen, deswegen wird die jeweils maximale Energie angegeben

Beta-Strahlung

Aussendung von Beta-Strahlen (Positronen oder Elektronen) beim Zerfall radioaktiver Elemente

EDTMP

Ehtylendiamintetramethylenphosphonat; Chelatbildner, der mit dem radioaktivem Samariumisotop den stabilen Komplex Samarium-153-EDTMP bildet.

Nach oben

F-K

Gamma-Strahlung

Energiestrahlung; die Atomkerne strahlen hochenergetische, elektromagnetische, kurzwellige Strahlen aus; Begleiterscheinung beim Alpha- oder Beta-Zerfall.

Gammakamera

Gerät, das zur nuklearmedizinischen Diagnostik eingesetzt wird. Die Gammakamera empfängt die von einem im Körper befindlichen radioaktiven Arzneimittel ausgesandte Gammstrahlung. Diese wird mittels Computertechnologie in zwei- oder dreidimensionale Abbildungen umgewandelt. Das Verfahren wird Szintigraphie genannt, das erstellte Bild heißt Szintigramm.

Halbwertzeit

Zeit, in der die Hälfte der Kerne eines Radionuklids zerfällt; kann je nach Nuklid Sekundenbruchteile oder einige Milliarden Jahre betragen.

Inkontinenz

Unvermögen, Harn oder Stuhlgang willkürlich zurückzuhalten.

ionisierende Strahlung

Strahlung, die genügend Energie besitzt, um aus elektrisch neutralen Atomen und Molekülen positiv und negativ geladene Teilchen zu erzeugen. Beim Durchgang durch Materie – zum Beispiel durch eine Zelle oder einen Organismus - gibt die ionisierende Strahlung Energie ab.

Isotope

Atome desselben chemischen Elements; die Protonenanzahl im Atomkern der Isotope eines Elements sind immer gleich, aber die Anzahl der Neutronen ist unterschiedlich.

Karzinom

Bösartiger Tumor ausgehend vom Deckgewebe (Epithel) eines Organs.

Karnofsky-Index

Sog. Aktivitätsindex; standardisierte, international anerkannte Skala aus der Leistungsfähigkeit und Allgemeinbefinden eines Patienten hervorgehen, berücksichtigt werden dabei körperliche und soziale Faktoren.; ein K.-I. von 100% entspricht einer uneingeschränkten Aktivität, ein K.-I. von 70% einer Arbeitsunfähigkeit bei selbstständiger Versorgung und bei einem K.-I. von 40% ist der Patient auf fremde Hilfe angewiesen.

Knochenmark

Wichtigstes blutbildendes Organ des Menschen, das die Hohlräume der Knochen ausfüllt.

Nach oben

L-O

Metastasen

Tochtergeschwülste; Absiedlung eines bösartigen Tumors in entfernten Gewebsregionen.

myelosuppressiv

Unterdrückung der Knochenmarkszellen. Eine Nebenwirkung einiger Medikamente mit der Folge, dass die Blutbildung gestört ist.

Nozizeption

Freie Nervenendigungen in der Haut für die Schmerzwahrnehmung.

Nozizeptoren

Freie Nervenendigungen in der Haut für die Schmerzwahrnehmung.

Nuklid

Ein Atomkern, der durch ein chemisches Elementsymbol und eine Massenzahl (Anzahl der Protonen und Neutronen im Atomkern) beschrieben wird.

Ossär

(lateinisch os = Knochen) vom Knochen ausgehend.

Osteoblasten

Knochenzellen, die Knochengewebe aufbauen.

Osteoblastische Knochenmetastasen

Fernabsiedlung eines bösartigen Tumors im Knochen; gekennzeichnet durch eine starke Neubildung von Knochen und unmineralisierter Knochensubstanz.

Osteolyse

Auflösung des Knochengewebes. Knochensubstanz wird im Körper ständig abgebaut und gleichzeitig wieder aufgebaut, so dass es zu einem fortwährenden Erneuerung der Knochensubstanz kommt. Im Alter oder durch Krankheiten (Tumore, entzündliche Prozesse) kann es zu einem stärkeren Abbau kommen, was einer geringer Stabilität (bis hin zu Brüchen) führt.

Osteolytische Knochenmetastasen

Fernabsiedlung eines bösartigen Tumors im Knochen, gekennzeichnet durch verstärkten Knochenabbau.

Nach oben

P-R

Palliativtherapie

Ziel der Behandlung, z.B. im fortgeschrittenen Krebsstadium, ist nicht die Heilung sondern die Linderung und Verminderung der negativen Tumorwirkungen wie bspw. Schmerz.

Perkutan

Durch die Haut hindurch.

PET/CT

Das PET/CT kombiniert zwei bildgebende Verfahren miteinander: die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und die Computertomographie (CT). Da sich die beiden Methoden perfekt ergänzen, lassen sich mit nur einer einzigen Untersuchung innere Strukturen des Körpers detailgenaue darstellen. Während mit der PET vor allem Stoffwechselprozesse sichtbar gemacht werden können, ermöglicht die CT eine bildliche Wiedergabe von Gewebestrukturen. Auf diese Weise lassen sich auch kleinste Tumoren aufspüren.

Primärtumor

Ursprüngliche Krebsgeschwulst.

Positron

Positiv geladenes Elektron (Antiteilchen des Elektrons), das bei Beta-Strahlung emittiert werden kann.

Radioaktivität

= radioaktiver Zerfall; spontane Umwandlung instabiler Nuklide unter Energieabgabe.

Radioiodtherapie

Nuklearmedizinisches Verfahren zur Behandlung von gut- und bösartigen Schilddrüsenerkrankungen. Dabei reichert sich radioaktives Iod überwiegend im befallenen Gewebe an und zerstört es mittels der freiwerdenden Beta-Strahlung. Da die Reichweite der Strahlung nur wenige Millimeter beträgt, wird das umliegende Gewebe weitestgehend geschont. Die ebenfalls freiwerdende Gammastrahlung wird für die Bildgebung genutzt, um die Wirksamkeit der Therapie zu überprüfen.

Radiologie

Teilgebiet der Medizin; umfasst den Einsatz von Strahlung in Diagnostik, Therapie und Wissenschaft.

Radionuklid

Instabiles Nuklid, das unter Aussendung von Strahlung spontan und ohne äußere Einwirkung zerfällt.

Radiopharmakon

Radionuklid, das in der Medizin Verwendung findet, oft in Verbindung mit einer chemischen Substanz zur besseren oder spezifischeren Verteilung im Körper.

Reichweite

durchschnittliche Strecke, die eine Strahlung durch Materie zurücklegt unter völligem Verbrauch ihrer Energie aufgrund von Wechselwirkungen.

Nach oben

S-Z

Samarium

Sehr seltenes Metall aus der Gruppe der Lanthaniden. Der Name leitet sich vom Mineral Samarskit ab, in dem dieses Element 1878/1879 erstmals nachgewiesen wurde. Das radioaktive Isotop Samarium-153 wird im Kernreaktor hergestellt und in der Nuklearmedizin zur lokalen Bestrahlung von Tumoren genutzt.

SI-Einheit

SI = Abkürzung für Internationales Einheitensystem; das am weitesten verbreitete Einheitssystem in der Physik; in der EU und anderen Staaten im amtlichen und geschäftlichen Schriftverkehr gesetzlich vorgeschrieben.

Strahlendosis

= Dosis; Maß für die einem Körper zugeführte Strahlungsmenge.

Strahlentherapie

Medizinische Anwendung von Strahlung zur Heilung oder Verzögerung von Krankheiten.

Szintigraphie

Bildgebendes Verfahren in der Nuklearmedizin, dass die Verteilung eines radioaktiven Stoffes im Organismus abbildet.

Nach oben