Was bedeutet Radionuklidtherapie?
Ein Radionuklid ist ein instabiler Atomkern, der unter Aussendung radioaktiver Strahlung spontan und ohne äußere Einwirkung zerfällt. Die medizinische Nutzung solcher Radionuklide begann in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, zunächst mit radioaktiven Markierungen zu Untersuchungszwecken, kurz darauf auch mit deren therapeutischer Nutzung.
Inzwischen gibt es vielfältige diagnostische und therapeutische Anwendungen für Radionuklide. Ein wichtiges bildgebendes Verfahren ist die Szintigraphie, bei der der Funktionszustand verschiedener Organe mittels schwach radioaktiver Substanzen sichtbar gemacht werden kann. Ein Beispiel hierfür ist die Skelettszintigraphie.
Bei verschiedenen Erkrankungen können Radionuklide auch zur Behandlung eingesetzt werden. Dabei werden stärker radioaktive Substanzen mit sehr kurzer Reichweite so eingesetzt, dass eine Anreicherung und Energiefreisetzung gezielt im krankhaften Gewebe stattfindet. Die Strahlenwirkung auf das umgebende gesunde Gewebe bleibt so äußerst gering. Die nicht in das Gewebe aufgenommene Radioaktivität wird rasch über die Nieren ausgeschieden. Eine therapeutische Anwendung von Radionukliden ist zum Beispiel bei Schilddrüsenerkrankungen, schmerzhaften Knochenmetastasen und rheumatischen Gelenkbeschwerden möglich.
Im Kapitel Was ist Samarium-153 erfahren Sie mehr über den Einsatz der Radionuklidtherapie zur Schmerzlinderung bei osteoblastischen Knochenmetastasen.



